Die Unterschiede bezüglich Kreditmöglichkeiten zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz


Ein Kredit ist eine sehr praktische Sache, falls man mal in einen finanziellen Engpass gerät. Kredite helfen dem Normalbürger sowohl in schwierigen Lebenslagen als auch bei dem Wunsch sich ein Haus oder ähnliches leisten zu können. Durch Kredite können Unternehmen gegründet und Unternehmen vor dem Bankrott gerettet werden. Damit das System der Kredite aber überhaupt funktioniert, müssen Kreditgeber Einzelpersonen große Mengen an Geld zeitweise anvertrauen. Deswegen sind Kreditgeber häufig Banken, welche durch ihre hohen Finanzmittel ein Geschäftsmodell aus dem Verleihen von Geld beziehungsweise dem Vergeben von Krediten machen konnten. Damit dieses Geschäftsmodell aber rentabel ist, muss die Bank nicht nur das Geld zurückerhalten, sondern auch Zinsen darauf verlangen, weswegen der Kreditnehmer am Ende wesentlich mehr Geld bezahlt als er an Kredit bekommen hat. Neben dieser Tatsache muss ein potenzieller Kreditnehmer der Bank auch Sicherheiten geben, durch die die Bank beruhigt einen niedrigeren Zinssatz ausgeben kann, da eine gewisse Bonität vorhanden ist. Sei es durch ein Haus oder Firmenanteile, die Bank entscheidet am Ende welchen Zinssatz sie für welche Sicherheit vergeben kann. Hier ist nun die wichtigste Trennung bei den Krediten für Selbstständige beziehungsweise Angestellte. Bei Selbstständigen wird das Risiko, dass der Job verloren geht, das Unternehmen nicht mehr läuft, als wesentlich höher angesehen. Daher steigt natürlicherweise der Zinssatz und es wird für Selbstständige zunehmend schwerer, an einen Kredit zu kommen. Unter welchen Voraussetzungen dennoch Darlehen ausgegeben werden und welche Sicherheiten benötigt werden, unterscheidet sich von Land zu Land.

Deutschland

Da das Gehalt von Selbstständigen in Deutschland wesentlich Variabler ist als das von Angestellten oder Beamten, liegen sie klar im Nachteil. Während bei Angestellten meist schon die letzten Gehaltsabrechnungen reichen um das Einkommen zu beziffern, bedarf es beim Selbstständigen über die Schätzung und Hochrechnung des Jahreseinkommens hinaus noch weiterer Aspekte. Einige wichtige Aspekte sind dabei die Dauer der Selbstständigkeit und der durchschnittliche Verdienst im Vergleich zur erwünschten Kredithöhe. Wer im Vergleich zu seinem Monatslohn einen kleineren Kredit aufnimmt hat wesentlich bessere Chancen als derjenige der das gesamte Haus finanzieren möchte. Ebenso bekommt der Selbstständige in Deutschland, welcher schon seit 20 Jahren ein gut laufendes Unternehmen führt, bessere Kreditmöglichkeiten als der Berufliche Einsteiger der sich eben erst selbstständig gemacht hat. All jene Faktoren spielen eine Entscheidende Rolle bei der Vergabe der Kredite. In Deutschland gibt es trotzdem verschiedene Wege, wie auch Selbstständige an einen Kredit kommen können. Beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau oder die Immobilienfinanzierung sind deutsche staatliche Förderprogramme, durch die auch Selbstständige attraktive Kredite erhalten können. Diese sind allerdings Zweckgebunden, wodurch sich der Kreditnehmer auf die Anforderungen des Kreditinstituts einlassen muss und das erhaltene Geld entsprechend zu nutzen hat. Wer also einen Kredit für die Firmengründung sucht ist bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau falsch. Für diese Zwecke vergeben Banken Kredite abhängig vom Unternehmensplan beziehungsweise der Geschäftsidee, wer also die Bank von seiner Geschäftsidee überzeugen kann hat gute Karten, in Deutschland einen Kredit für die Existenzgründung zu erhalten.

Österreich

Im Vergleich dazu ist es für Österreicher in Selbstständigkeit erheblich schwieriger, an einen Kredit zu kommen. Die Banken in Österreich sind sehr zurückhaltend bei der Vergabe von Krediten an Personen in Selbstständigkeit, wodurch sich, sofern überhaupt ein Kredit gewährleistet wird, härtere Konditionen an die Geldvergabe geknüpft werden. Das Problem der Banken liegt auf der Hand. Selbstständige Personen verfügen aus Sicht der Bank nur über geringe Bonität. Das bedeutet dass die Banken den finanziellen Status des Selbstständigen, aufgrund des nicht so einfach zu kalkulierenden Gehalts, für deutlich Unsicherer halten als bei Angestellten. Dies leuchtet ein, wer jeden Monat garantiert Geld bekommt kann genauer kalkuliert werden als derjenige, dessen Einkommen jeden Monat von der Leistung seines Unternehmens abhängt, durch welches er sein Geld bezieht. Noch geringere Chancen ergeben sich für die Einzelperson in Österreich, wenn sie aus welchen Gründen auch immer einen Eintrag bei der SCHUFA hat, was die Chancen für eine Kreditvergabe weiter senkt. Damit aber auch Österreicher, welche Selbstständig sind, in den Genuss eines Kredits kommen können, gibt es Wege wie auch sie einen solchen erhalten können. Die zentrale Abteilung in Österreich, die bei der Kreditwürdigkeit also zum Tragen kommt, ist die KSV. Diese teilt dem Kreditgeber eventuelle Verschuldungen mit und schätzt die Kreditwürdigkeit des Selbstständigen anhand seines Unternehmens ein. Ebenso kann es helfen, einen Bürgen zu finden, welcher sich bei der Bank für den Selbstständigen verbürgt, also für ihn einsteht. Damit ist es in Österreich nicht unmöglich als selbstständige Person einen Kredit zu bekommen, die Anforderungen sind aber höher als in vergleichbaren Staaten. (Quelle: https://www.kreditrechner-portal.at/kredit-fuer-selbststaendige-in-oesterreich/)

Schweiz

Während es in Deutschland gut möglich und in Österreich unwahrscheinlich erscheint, ist in der Schweiz ein Kredit für Freiberufler und Selbstständige quasi ausgeschlossen. Zu niedrig schätzen die Banken die Kreditwürdigkeit und die Sicherheit von Selbstständigen ein, Auskunftsdienste wie die SCHUFA senken die Chancen in der Schweiz noch weiter. Grundsätzlich bekommt man in der Schweiz nur einen Kredit, wenn sich die Person in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit mindestens 1100EUR Monatslohn befindet, Netto wohlgemerkt. Bei Selbstständigen ist die Voraussetzung der unbefristeten Anstellung und die des festen Monatslohns natürlich nicht zu machen, weswegen die Situation hier schwierig wird. Da die Banken mit den Selbstständigen einen höheren Verwaltungsaufwand haben, nehmen nur sehr wenige Banken überhaupt Kreditanträge von Selbstständigen an. Aber selbst wenn man einen solchen gestellt hat, bekommt man meist eine Absage. Eine der wenigen Möglichkeiten für Schweizer Freiberufler in der Schweiz an ein Darlehen zu kommen, besteht darin, der Bank Sicherheiten anzubieten. Sollte man also über Dinge von Wert verfügen (Wertpapiere, Lebensversicherungen oder ähnliches) sind die Banken wesentlich eher bereit einen Darlehensvertrag auszuhandeln. Sollte man also nicht über ein sehr gesichertes Unternehmen verfügen, ist es als Selbstständiger sehr schwierig, in der Schweiz an einen Kredit zu kommen.

Fazit

Schlussendlich lässt sich sagen, dass Freiberufler und Personen in Selbstständigkeit in der Kreditwelt einen sehr viel schwereren Weg vor sich haben als Angestellte. Dies ist verständlich aus Sicht der Bank, führt aber häufig dazu, dass eine Selbstständigkeit mit großen Zielen nicht infrage kommt. Durchaus unterscheiden sich die Möglichkeiten aber abhängig davon, in welchem Land man lebt. So ist es in Deutschland durchaus gut möglich, Zweckgebundene Darlehen zu erhalten, der Staat fördert Selbstständigkeit und unterstützt Selbstständige sogar in dem Wunsch, sich beispielsweise ein Eigenheim errichten zu können. Im Gegensatz dazu stehen die Chancen in Österreich nicht gut, auch hier lässt sich allerdings über die KSV und einen Bürgen als Selbstständiger ein Darlehen aushandeln. Die Schweiz trifft es auf dem Kreditmarkt am härtesten, da sie kaum über Möglichkeiten verfügen, als Freiberufler an einen Kredit zu kommen. Sollte man sich also für einen Kredit interessieren und sich in einer Selbstständigkeit befinden, ist ein Blick auf die Deutschen Banken am lohnenswertesten.

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